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Essstörungen: Sind die Trainer schuld?

Die erschreckenden Quoten der Essgestörten unter Sportlern

Sportlerinnen haben ein 5-mal höheres Risiko an einer Essstörung zu erkranken, als die normale Bevölkerung. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie aus Spanien, in der erstmals die Häufigkeit von Essstörungen und das Risikoverhalten bei spanischen Sportlerinnen untersucht worden waren.
An insgesamt 283 Elitesportlerinnen aus 20 verschiedenen Sportarten wurden 2 Standardfragebögen über Essstörungen ausgeteilt. Hinzu kamen 2 weitere Auskunftslisten, mit denen ermittelt werden sollte, inwieweit Essstörungen dadurch beeinflusst werden, dass die Sportlerinnen ihren Körper in der Öffentlichkeit zeigen müssen, und wie sich der Druck des Trainers auf die Essgewohnheiten, das Gewicht und das äußere Erscheinungsbild der Sportlerinnen auswirkt.
 

Die wichtigsten Ergebnisse lauten:

  • Die Auswertung eines Standardfragebogens (Evaluierungsfragebogen zu Essstörungen) ergab, dass 2,5 % der Befragten den Diagnosekriterien für Anorexia nervosa (Magersucht) entsprachen und 20,14 % wahrscheinlich an Bulimia nervosa (Esssucht) litten. Diese Werte sind 5-mal höher als bei etwa gleichaltrigen spanischen Frauen.
  • Wie nach früheren Studien zu erwarten war, zeigten Sportler aus rhythmischen Sportarten Turner und Eiskunstläufer häufig Essstörungen. Hierbei entsprachen 6 % den Kriterien für Anorexie und 19,4 % für Bulimie.
  • Am häufigsten kam Bulimie jedoch bei Seglern, Ruderern und Kanuten vor (33 %), gefolgt von den Schwimmern (31,6 %). Die niedrigsten Werte wurden bei Leichtathleten und Langstreckenläufern registriert (9,1 % bzw. 6,7 %).
  • Teilnehmerinnen, die ihre Körper in der Öffentlichkeit zeigen, z. B. Schwimmerinnen, Turnerinnen und Eiskunstläuferinnen, erzielten bei der Bewertung des Essverhaltens höhere (d. h. schlechtere) Werte. Weniger gute Sportlerinnen waren hierbei gefährdeter als gute.
  • Zwischen der Bulimie und dem Druck des Trainers in Bezug auf Essen, äußeres Erscheinungsbild, Gewicht und Leistung war ein deutlicher Zusammenhang erkennbar.

„Es scheint besonders wichtig“, schlossen die Forscher, „dass die Sportlerinnen (aus bestimmten Sportarten) klinisch betreut werden und das Verhalten ihrer Trainer und anderer sportlich Verantwortlicher überwacht wird.“

International Journal of Sports Medicine 2005, Bd. 26, S. 693700

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